
... Prosa, deren Skurrilität und schnelle Schnitte an Filme wie 'Short Cuts' oder 'Pulp Fiction' erinnert. Hamburger Abendblatt
STIMMEN ZU EINZELNEN STORYS
Das war ein Text, der mir sehr nah war.
Ingo Schulze über SCHÖN, DASS DU DA WARST
Eine bizarre, hoch beschleunigte Erzählmontage…
Deutschlandfunk über BIRTH. SCHOOL. WORK. DEATH.
… gehört zum Schnellsten, was die junge Literaturszene in den letzten Jahren hervorgebracht hat.
Bella Triste über BIRTH. SCHOOL. WORK. DEATH.
An sich eine kleine Geschichte, aber durch die Art, wie sie erzählt wird, wird es eine ganz große.
Michael Hametner (MDR) über TANZEN GEHEN
... eine Geschichte von Hemingwayscher Dichte.
Udine Materni (Jury MDR Literaturpreis 2006) über TANZEN GEHEN
***
REZENSIONEN
Irrgarten der Phantasmen in der gutbürgerlichen Vorstadt
(…) Immer wieder ringen Mohls Helden um Orientierung; wissen nicht, was ihnen geschehen ist, wissen nicht, was ihnen demnächst passiert. Dazu ist es knapp, unprätentiös und gelegentlich angenehm lakonisch geschrieben: Nils Mohl verdient es, nicht nur geehrt, sondern mehr noch gelesen zu werden.
Und so treiben Nils Mohls Heldinnen und Helden genauso hilflos und erfolgsgenötigt durchs Leben wie die Figuren in Carvers Geschichten, sprechen über das, was sie quält und umtreibt mit niemandem, aber quälen einander in einem Tanz der leeren Worte, falschen Rollen. Die Erfolgsattribute der schönen neuen Welt machen einsam, Liebesgeschichten werden zu Kraftakten … Und das Happy End an dieser Besprechung? – Es gibt keines. Zumindest für Leute, die derart genaue Blicke in die unheilige Welt moderner Einsamkeiten nicht mögen. Wer Carver mag, ist hier bestens bedient. Und wird sich – wie bei Carver – wünschen, dass da noch mehr kommt. Hauptsache, der Bursche lässt das Rauchen sein.
>>> Ralf Julke, LEIPZIGER INTERNETZEITUNG
Kurze Sätze, lakonische Beschreibungen und skurrile Situationen sind die Elemente, mit denen der Gewinner des Hamburger Förderpreises für Literatur die bürgerliche Gesellschaft witzig und stilsicher karikiert.
>>> DER HAMBURGER, Frühjahr 2009
Tatsächlich handelt es sich um zwölf kurze Geschichten, die es in sich haben – und keinesfalls mal eben … wegzulesen sind. Hat doch der Autor ebenfalls sehr lange für seine Storys gebraucht, an „Entropische Anomie“ hat er acht Jahre gearbeitet und auf unnachahmliche Weise die Einsamkeit des Einzelnen in der Masse gestaltet … „Birth. School. Work. Death.“, so der Titel der letzten Story, offenbart ein Spiel von Möglichkeiten – besser: von verpassten Möglichkeiten. Immer geht es um die Frage: Was wäre wenn? … Da wächst ein Autor heran, den sein Talent hoffentlich bald auch ökonomisch tragen wird, auf dass er der Werbebranche adieu sagen kann, wenngleich die Erfahrungskontexte des Berufslebens eine wichtige Inspiration für die Literatur liefern – was wäre aus Kafka ohne die Arbeiterunfallversicherung geworden?
>>> Steffen Höhne, TLZ
***
INTERVIEWS/PORTRÄTS/ETC.
Leselounge am Literaturhaus Kiel, Juli 2009
Mohl … legt ein atemberaubendes Erzähltempo vor, ihm zuzuhören macht einfach Spaß. Birth School Work Death nennt er eine Geschichte nach einem Song der legendären Godfathers, in dem er parallel laufende Erzählstränge in einem grandiosen Finale zusammenführt (…) Verschachtelt überstürzen sich die Ereignisse in jedem Handlungsstrang, Zeitzonen überholen einander, verknoten sich im scheinbaren Chaos und runden sich am Ende zum herrlich absurden Ganzen. Übrig bleibt eine Frage: Wie mögen die anderen elf Geschichten sein?
>>> Sabine Tholund, KIELER NACHRICHTEN
Bücherfest Tübingen, Mai 2009
Das Lebendige am Bücherfest verdankt sich nicht zuletzt den jungen Autoren, die ihre Neugier, ihre Spannkraft und noch nicht verbogene Imagination unter Beweis stellen. Nils Mohl … ist ein ausgezeichnetes Beispiel für diese neue Generation von Schriftstellern, die in ihrem noch kurzen Lebenslauf schon weit über den Tellerrand geschaut und viele Lebenswirklichkeiten mitgenommen haben … Auf dem Bücherfest liest Nils Mohl aus seinem neuesten Band mit Kurzgeschichten über Menschen, denen der Autor selber gern ein Happy End gönnt oder gegönnt hätte: "Das Herz im Hirn ist eine üble Gegend" - ja sicher, aber häufig genug passiert es einem halt, und dann muss man damit irgendwie klarkommen. Die Personen in Mohls Stories sind uns so nahe, ihre Situationen und Begegnungen so vertraut, und dennoch - der genaue Blick des Autors, sein hellwacher Verstand und seine fantasievolle, aber schnörkelfreie Sprache holen uns hinein in erlebte und erlebenswerte Alltagssurrealitäten. Dabei spricht hier immer ein geistiger Vater, der sie liebt - die Kapriolen der Menschen, die nun einmal so sind, wie sie sind, und doch immer ein wenig, immer ein wenig mehr auch werden, was sie gerne sein wollten.
>>> Michael Raffel, Bücherfest Tübingen
Porträt, März 2009
Es geht also auch um die Geschichten im Kopf. Was wäre wenn wir keine Affären hätten, sondern eine Beziehung? Was wäre, wenn unsere Beziehung nicht zerbrochen wäre? Was wäre, wenn ich heute alle Nachbarn zu meinem Geburtstagsfest einlade? Letztlich gehe es wohl auch darum, was Wirklichkeit sei - und wie wir damit klarkämen … Gut, dass Nils Mohl ein aufmerksamer und versierter Beobachter und Autor ist. Seine Geschichten sind alles andere als langweilig.
Lesung in Mücke, Oktober 2009
Rasante Geschichten in Zeiten des Zappens … Aus seinem Buch mit zwölf Kurzgeschichten … hatte Nils Mohl zwei für die Zuhörer ausgesucht, die er so lakonisch und prägnant vortrug, wie die Storys selbst sind … sowohl inhaltlich als auch formell sehr modern, sehr auf Höhe der Zeit – einer Zeit, in der Mohls Charaktere immer wieder an die Grenzen ihrer Beziehungsfähigkeit stoßen, ganz offensichtlich auch in der Beziehung zu sich selbst.
In einem Internetbeitrag – zu sehen unter www.erlesen.tv – wurde Mohl befragt, welches Lebe- oder Fabelwesen wohl am ehesten seinem eigenen Naturell entspräche. Mohl nannte daraufhin John, Paul, Georg und Ringo. Mit der Begründung, es gäbe nur wenige Gestalten in der Geschichte, die soviel Glück in so kurzer Zeit über die Menschen gebracht hätten. Auch wenn dieses Glück meist nur drei Minuten lang sei. Ein wenig länger dauert die Autoren-Lesung dann doch - tendenziell ein echter Grund zur Freude!
***
LAUDATIO HAMBURGER FÖRDERPREIS 2002 (AUSZUG)
Es scheint, als ob [die Geschichten] einer gesteigerten Wahrnehmung für eine Situation entspringen, einer videoclipartigen, leicht angekoksten Aufmerksamkeit, die mit einer ausgefeilten sprachlichen Registratur komponiert und zum Klingen gebracht werden. Seine Texte entführen einen in kompakte Filmszenen, hier eine klaustrophobische Party …, dort ein Nachmittag am Stadtstrand, bei dem alles perfekt ist, von der Lachmöwenfeder bis zum Flußsex. Es stimmt einfach alles, und wem das zu glatt ist, zu gelungen, der darf feststellen, daß Mohl auch vom Traurigen, Vergeblichen schreiben kann … wo Filmrisse und Gesprächspausen die Oberfläche zerkratzen …
***
LAUDATIO HAMBURGER FÖRDERPREIS 2008 (AUSZUG)
Ein junger Mann protokolliert die Nonsensgespräche mit seiner dementen Großmutter, bis er eines Tages anfängt, sie wörtlich zu nehmen. Ein zweiter Mann bespricht 51mal den AB seiner Geliebten, die ihn versetzt hat. Und einem dritten Mann, dem Familienvater M. … kommt eines Tages irgendwie sein Leben abhanden. Er hat auf der Heimfahrt beschlossen, ein großes Fest zu feiern, und geht sofort los, um die Nachbarn persönlich einzuladen … und während die Party eine immer konkretere Gestalt annimmt, geschieht plötzlich etwas Seltsames: Die Reaktionen lassen den Schluss zu, dass dieses Fest bereits stattgefunden hat … Dieser Mann ist unterwegs offenbar von der Zeit überholt worden, und mit einem Mal ist alles anders als zuvor. Mit ihm verlieren auch wir Leser ganz allmählich jede Gewissheit und bleiben am Ende ein wenig beunruhigt zurück. Nils Mohl ruft mit wenigen knappen Sätzen Bilder eines wohlgeordneten Lebens in uns auf, um das Geschehen dann unversehens ins Surreale hinübergleiten zu lassen. Er geht dabei unauffällig vor, vermeidet jeden unnötigen Effekt und überrascht uns darum umso mehr; er treibt ein gekonntes, verstörendes Spiel mit uns …
„Nils Mohl beherrscht den Ton, und nicht nur einen. Seine Geschichten sind schnell, präzise, leicht surreal und sehr sinnlich …“ Dorothea Dieckmann